Überarbeitung des Élysée-Vertrags

Stellungnahme | Mai 2018

Der Sachverständigenrat war eingeladen, eine Stellungnahme für die deutsch-französische Arbeitsgruppe im Deutschen Bundestag für die Anhörung deutsch-französischer Interessenvertreter zur Überarbeitung des Élysée-Vertrags am 17. Mai 2018 abzugeben. Deutschland und Frankreich sollten als Motoren der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik gemeinsam voranschreiten; daneben sind bilaterale Initiativen, z. B. bei Resettlement-Programmen denkbar. Verstärkt werden sollte auch der Austausch auf verschiedenen Ebenen im Bereich der Migrations- und Integrationspolitik. Der SVR unterstützt daher ausdrücklich die Initiative zu einer verstärkten deutsch-französischen Zusammenarbeit auch der Parlamente.

Steuern, was zu steuern ist: Was können Einwanderungs- und Integrationsgesetze leisten?

Jahresgutachten 2018

April 2018

Im Jahresgutachten 2018 lotet der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration aus, welche gesetzgeberischen Möglichkeiten bestehen, um Migration zu steuern und die gesellschaftliche Teilhabe aller zu fördern. Er fasst die bestehende Gesetzeslage auf nationaler und EU-Ebene zusammen und weist auf politische Handlungsfelder sowie Grenzen der Gestaltung hin. So schlägt der SVR etwa vor, im Rahmen eines Einwanderungsgesetzbuchs beruflich qualifizierten Fachkräften die Zuwanderung zu erleichtern. Für den Bereich Integration rät der SVR, Integration als Querschnittsaufgabe zu verstehen. Gut angepasste Regelsysteme versprechen mit Blick auf die Teilhabe breitere Wirkung als spezielle Integrationsmaßnahmen. Darüber hinaus empfiehlt der SVR, ein Integrationsmonitoring gesetzlich zu verankern, die Ressorts besser zu koordinieren und die Kommunen bei ihrem erfolgreichen Einsatz für Integration stärker zu unterstützen. Letztere sollten zudem ihre Integrationsmaßnahmen stärker aufeinander abstimmen.

Deutschland als Motor der GEAS-Reform? Migrationspolitische Ansprüche an eine global denkende Bundesregierung

Positionspapier  |  März 2018

Das Positionspapier analysiert den fehlenden Lastenausgleich im GEAS, die uneinheitliche Asyl-Entscheidungspraxis in Europa und weitere Thematiken im Bereich der internationalen Flüchtlingspolitik. Darüber hinaus enthält es Vorschläge zur Reform des GEAS und zu einer gestärkten Rolle Deutschlands in der internationalen Flüchtlings- und Migrationspolitik.

Schule als Sackgasse? Jugendliche Flüchtlinge an segregierten Schulen

Studie | März 2018

Seit 2015 hat das deutsche Schulsystem schätzungsweise 130.000 jugendliche Flüchtlinge aufgenommen. Besonders in Großstädten lernen viele von ihnen an sog. segregierten Schulen, also an Schulen, in denen mehrheitlich Schulkinder mit Migrationshintergrund und aus sozial benachteiligten Familien unterrichtet werden. Um mehr über die Lernsituation von Flüchtlingen im deutschen Bildungssystem zu erfahren, hat der SVR-Forschungsbereich die Beschulungspraxis in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen in 56 ausgewählten weiterführenden Schulen untersucht, die als segregiert zu bezeichnen sind. Der SVR-Forschungsbereich hat von der gemeinnützigen Bildungsorganisation Teach First Deutschland ausgebildete und an diesen Schulen tätige Lehrkräfte zu den eingesetzten Beschulungsmodellen, der innerschulischen Segregation und den Lehrerfahrungen mit geflüchteten Jugendlichen interviewt und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Bildungsintegration von jugendlichen Flüchtlingen ab. Die Studie wurde von der Stiftung Mercator gefördert.

„Wo kommen Sie eigentlich ursprünglich her?“ Diskriminierungserfahrungen und phänotypische Differenz in Deutschland

Policy Brief | Januar 2018

Dieser Policy Brief untersucht die subjektiven Benachteiligungswahrnehmungen von Zugewanderten. Als Basis dienten die umfangreichen Daten des SVR-Integrationsbarometers 2016. Der Policy Brief analysiert Formen und Felder von Diskriminierung und den Zusammenhang von Diskriminierung und phänotypischer Differenz. Die Auswertung der Daten zeigt: Menschen, deren Äußeres auf eine Zuwanderungsgeschichte hinweist, fühlen sich weitaus häufiger diskriminiert als Zugewanderte, die sich äußerlich nicht von der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden. Weiter werden Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen sowie Angehörigen unterschiedlicher Religionen analysiert.

Reform der europäischen Asylpolitik. Verantwortung teilen, Schutzquoten harmonisieren

Kurzinformation | Dezember 2017

Zwar bemüht sich die EU seit beinahe 20 Jahren um ein gemeinsames Asylsystem, die Praxis der Flüchtlingsaufnahme und Asylprüfung ist aber nach wie vor uneinheitlich. Weiterhin fehlt ein Mechanismus, der eine gerechte Lastenteilung zwischen den Mitgliedstaaten sicherstellen würde. Einige wenige Staaten nehmen das Gros der Asylbewerberinnen und -bewerber auf. Gleichzeitig stockt die Harmonisierung bei der Anwendung des gemeinsamen Rechts: Bislang lässt sich kaum beobachten, dass die nationalen Asylbehörden ihre Entscheidungspraxis angleichen; die Anerkennungsquoten unterscheiden sich zum Teil dramatisch. Dies zeigen Analysen von Eurostat-Daten, die im Rahmen einer größeren Studie im Auftrag der schwedischen Migration Studies Delegation (Delmi) entstanden sind.

Die 2017 und 2018 laufenden Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat über die Reform des gemeinsamen Europäischen Asylsystems bieten Gelegenheit, auch dessen Schlüsselprobleme anzugehen: die mangelnde Fairness gegenüber Asylbewerberinnen und -bewerbern durch die ungleichen Schutzquoten in Europa und die unzureichende Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten bei der Flüchtlingsaufnahme. Die in Kooperation mit Delmi entstandene Kurzinformation des SVR-Forschungsbereichs analysiert die verfügbaren Daten, beschreibt Szenarien und bewertet Perspektiven der Weiterentwicklung der gemeinsamen Asylpolitik.

Vom Hörsaal in den Betrieb? Internationale Studierende beim Berufseinstieg in Deutschland

Studie | Dezember 2017

Deutschland gehört seit Jahren zu den beliebtesten Studienländern weltweit. Im Jahr 2016 waren mehr als 250.000 Studierende an einer deutschen Hochschule eingeschrieben. Sie gelten in Politik und Wirtschaft als ‚Idealzuwanderer‘ für den deutschen Arbeitsmarkt, und auch ein großer Teil der Studierenden selbst hegt den Wunsch, nach Studienende zu bleiben. Allerdings gelingt ihnen der Übergang in den Arbeitsmarkt trotzdem häufig nicht. Im Forschungsprojekt „Study & Work“ hat der SVR-Forschungsbereich den Übergang von der Hochschule in den deutschen Arbeitsmarkt bei internationalen Studierenden erstmals im Längsschnitt untersucht. Die Studie zeigt, welche Faktoren den Berufseinstieg von internationalen Studierenden begünstigen, und gibt Handlungsempfehlungen, wie Akteure der Hochschulen, Wirtschaft, Kommunen und des Arbeitsmarkts sie dabei unterstützen können. Die Studie wurde vom Stifterverband gefördert.

Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland

Studie | November 2017

Nach wie vor fehlt es in Deutschland an belastbarem Wissen über die Lebenslagen von Flüchtlingen, insbesondere solches, das deren eigene Sicht einbezieht. Diese Perspektive ist jedoch wichtig, um das Asylsystem zu verbessern und Maßnahmen zur Integration und Teilhabe passgenau zuschneiden zu können. Hier setzt die Studie an: In qualitativen Interviews wurden erwachsene Asylsuchende befragt, die noch keinen sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland hatten. Die Studie analysiert die Sichtweise der Flüchtlinge zu Wohnort, zum Zugang zu Arbeit und (Aus-)Bildung, zu sozialer Teilhabe sowie ihre subjektive Wahrnehmung der Einteilung von Asylsuchenden nach Bleibeperspektive. Die Studie stellt zudem dar, welche Themen Flüchtlinge von sich aus ansprachen. Es werden Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger von Bund, Ländern und Kommunen, für Akteure zivilgesellschaftlicher Flüchtlingsarbeit sowie für Vertreter der Wirtschaft gegeben. Die Studie bildet den Abschluss des Forschungsprojekts „Von der Aufnahme zu gesellschaftlicher Teilhabe: Die Perspektive der Flüchtlinge auf ihre Lebenslagen in Deutschland“, das gemeinsam von SVR-Forschungsbereich und der Robert Bosch Stiftung durchgeführt wurde.

Neuordnung der Einwanderungspolitik. Ein Einwanderungsgesetzbuch für Deutschland

Positionspapier | Oktober 2017

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) schlägt vor, die Einwanderungspolitik neu zu ordnen und ein Einwanderungsgesetzbuch (EGB) in Angriff zu nehmen. Ein solches würde die Unübersichtlichkeit der bestehenden Regelungen durch eine vereinfachte und neu systematisierte Gesetzesstruktur ersetzen. Es würde auch zur Diskussion der wichtigen Fragen beitragen, wie viel Zuwanderung das Land angesichts des demografischen Wandels grundsätzlich benötigt und wie viel Zuwanderung angestrebt wird. Im Zentrum der Neuregelung sollte die Erwerbsmigration stehen. Hier liegt das größte Innovationspotenzial: Insbesondere beruflich qualifizierten Fachkräfte ohne akademischen Abschluss sollte es leichter gemacht werden, in Deutschland zu arbeiten. Denn die bisherigen Regelungen haben nur wenigen den Weg geöffnet, der Bedarf ist größer. So könnte das Gleichwertigkeitskriterium flexibilisiert und in einem „Nimm 2+“-Pilotprojekt erprobt werden, es durch mindestens ein Alternativkriterium (z. B. Deutschkenntnisse) zu ersetzen.